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Politik

Agieren deutsche Medien nach dem Propagandamodell?

Im Fazit der Untersuchung wird deutlich, dass die deutschen Medien die Bombardierungen in Syrien und Afghanistan unterschiedlich darstellen. Während die Opfer in Syrien, verursacht durch die russische Koalition, prominenter und detaillierter dargestellt werden, erscheinen die Opfer in Afghanistan, verursacht durch die USA, weniger häufig und weniger ausführlich in den Medien. Diese Unterschiede stützen die Annahmen des Propagandamodells von Herman und Chomsky, das besagt, dass Medien die Interessen der politischen und wirtschaftlichen Eliten widerspiegeln. Die Untersuchung hebt die Notwendigkeit einer kritischen Reflexion der Medienberichterstattung und die Bedeutung alternativer Medien hervor, um eine ausgewogene und objektive Berichterstattung zu gewährleisten.

  1. Position und Umfang der Berichte: Beiträge über Syrien erschienen häufiger an prominenter Stelle und wurden umfangreicher behandelt als Beiträge über Afghanistan. So berichteten die TV-Sender durchschnittlich 1 Minute und 21 Sekunden über Syrien, aber nur 45 Sekunden über Afghanistan.
  2. Überschriften: Die Analyse der Überschriften zeigte, dass in beiden Fällen ähnliche Formulierungen verwendet wurden, die auf die Bombardierungen und die Opfer hinwiesen. Allerdings fielen bei der FAZ Überschriften wie „Gouverneur: Krankenhaus war eine Taliban-Stellung“ auf, die die US-Bombardierung in Afghanistan rechtfertigten.
  3. Art der Sprache: Die Sprache in den Berichten über Syrien war dramatischer und detaillierter, während die Berichte über Afghanistan tendenziell neutraler blieben. Medien wie Bild und Welt beschrieben die syrischen Opfer ausführlicher, während FAZ und Junge Welt die afghanischen Opfer detaillierter schilderten.
  4. Quellenwahl: In den Berichten über Syrien wurden häufiger nicht-staatliche und kritische Quellen zitiert, während in den Berichten über Afghanistan staatliche und militärische Quellen dominierten. So wurden bei der Berichterstattung über Syrien insgesamt 38 nicht-staatliche Quellen und 47 staatliche Quellen zitiert, während bei Afghanistan 22 nicht-staatliche und 36 staatliche Quellen zitiert wurden.
  5. Einstellung zu den verantwortlichen Staaten: Syrien und Russland wurden häufiger als Verursacher von Gewalt dargestellt, während die USA und ihre Verbündeten in der Berichterstattung über Afghanistan als Friedensbringer oder als Kämpfer gegen den Terrorismus beschrieben wurden. In der Syrien-Berichterstattung fanden sich 35 Hinweise, die Syrien und Russland negativ darstellten, während in der Afghanistan-Berichterstattung lediglich neun kritische Hinweise zu den USA zu finden waren.
  6. Absicht und Verantwortung: Der russisch-syrischen Koalition wurde oft böse Absicht unterstellt, während die US-Angriffe in Afghanistan häufiger als Fehler oder tragische Vorfälle dargestellt wurden. So betonte die Welt die abscheulichen Verbrechen an der Zivilbevölkerung in Syrien, während die US-Verantwortung in Afghanistan häufig heruntergespielt wurde.

1 Einleitung

2 Das Propagandamodell

3 Methodisches Vorgehen

4 Ergebnisse

4.1 Position

4.2 Umfang

4.3 Überschriften

4.4 Art der Sprache

4.5 Auswahl der Quellen

4.6 Einstellung zu den verantwortlichen Staaten

4.7 Absicht

4.8 Verantwortung

5 Fazit